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Babywunsch trotz Krebs


04.03.2009 Melanie Tasi
Dank der Fortschritte in der Reproduktionsmedizin müssen junge Tumorpatienten nicht mehr auf eigenen Nachwuchs verzichten.

Dank moderner Behandlungsstrategien werden heute viele Krebspatienten geheilt, auch viele junge. Jedes Jahr überleben in Deutschland rund 6000 Betroffene unter 35 Jahren eine Tumorerkrankung. Rund drei Viertel der ehemaligen Patientinnen und Patienten wünschen sich im „Leben danach" ein Kind.

Chemo- und Strahlentherapien können Samen- und Eizellen schädigen

Manche Chemo- und Strahlentherapie zerstören die Vorläufer von Samenzellen in den Hoden oder Eizellen in den Eierstöcken dauerhaft und macht die Betroffenen dadurch unfruchtbar. Noch vor wenigen Jahren mussten die Patienten deshalb häufig auf eigene Kinder verzichten. Mit dem Fortschritt der Reproduktionsmedizin hat sich vieles geändert. Damit mehr Patienten davon profitieren, gründeten die Ärzte im Jahr 2006 das „Netzwerk für fertilitätsprotektive Maßnahmen bei Chemo- und Strahlentherapien", kurz „Fertiprotekt". Es umfasst rund 40 reproduktionsmedizinische Zentren an Universitätskliniken, Krankenhäusern und privaten Kinderwunschpraxen. Auf Initiative von Fertiprotekt bildeten Reproduktionsmediziner im April 2007 außerdem die „Europäische Task Force zum Schutz der Fruchtbarkeit bei Frauen mit Krebserkrankung".
Krebserkrankung und Fruchtbarkeit

Nicht jeder Krebspatient muss um seine Fruchtbarkeit fürchten. Gefährdet sind vor allem Menschen mit Brustkrebs, Leukämien, Lymphomen, Krebserkrankungen des Magen-Darm-Trakts, Knochen- und Eierstockkrebs. Die zur Behandlung dieser Krebsarten notwendigen Medikamente und Strahlenintensitäten wirken auf die Keimzellen besonders aggressiv. Je höher die Dosis, umso wahrscheinlicher werden viele Samen- oder Eierzellen zerstört. Bei Frauen spielt außerdem das Alter eine zentrale Rolle. Sie besitzen von Geburt an einen nur begrenzten Vorrat an Eizellen, der im Laufe der Zeit immer kleiner wird. Vernichtet die Behandlung zusätzlich einen Großteil der verbliebenen Eizellen, sinkt die Chance auf eine spätere Schwangerschaft stark. Männer hingegen können fast ihr Leben lang neue Spermien bilden, wenn zumindest ein Teil des produzierenden Hodengewebes intakt bleibt.

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