Inseminationen
Die Insemination ist eine Behandlungsmethode, die i.d.R. angewendet wird, wenn das Ausbleiben einer Schwangerschaft nachgewiesenermassen nicht auf andrologische Ursachen zurückzuführen ist. D. h. für diese Methode ist das Erstellen eines Spermiogrammes des Partners Voraussetzung, in dem ein Normalbefund hinsichtlich der Spermienqualität (Dichte, Beweglichkeit, Langzeitlebensfähigkeit, verschiedene funktionelle Parameter) gesichert wird.Schwangerschaftswahrscheinlichkeit
Inseminationen können entweder im spontanen Zyklus, d.h. ohne hormonelle Unterstützung durchgeführt werden oder die Follikelentwicklung kann (z.B. bei Frauen mit unregelmässigen Zyklen) durch die Gabe von Clomifencitrat oder follikelstimulierender Hormone (FSH) unterstützt werden. In beiden Fällen wird der Verlauf der Follikelentwicklung durch mehrfache Ultraschalle und Blutkontrollen (Bestimmung des Lutealhormonons LH, Östradiol und Progesteron) verfolgt und ggf. der Eisprung durch Injektion von b hCG ausgelöst.
Erfahrungsgemäß ist die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit in hormonell stimulierten Zyklen etwas höher als in Spontanzyklen. Demgegenüber steht allerdings das Risiko einer multiplen Follikelentwicklung nach Hormongabe, d.h. dass mehr als 1 oder 2 Follikel heranreifen. Dadurch ergibt sich ein erhöhtes Mehrlingsrisiko. Die im individuellen Fall günstigste und ratsamste Methode erwägt der Arzt im Gespräch mit der Patientin.
Die Zahl der Inseminationszyklen sollte sich auf 6 beschränken, da die Mehrzahl der Schwangerschaften in den ersten drei Zyklen erzielt werden. Die kumulative Schwangerschaftsrate nach 3 Zyklen beträgt etwa 30 %, hängt allerdings von einer Vielzahl von Faktoren wie Alter der Patientin, evtl. Voroperationen oder Vorbehandlungen, Beweglichkeit und Anzahl der Spermien, psychologischen Faktoren etc. ab. Sie kann deutlich eingeschränkt sein bei Erkrankungen des Eileiters, Endometriose oder einem PCO.
Spermienaufbereitung und Inseminationsvorgang
Das Sperma des Partners wird nach einer Verflüssigungszeit von i.d.R. 20 Minuten auf pH – Wert, Farbe und Beschaffenheit, Anzahl und Beweglichkeit der Spermien, deren Morphologie (Feststellung von Missbildungen) und das Vorhandensein von Entzündungszellen hin untersucht. Durch verschiedene Zentrifugations- und Waschschritte (u. a. Anfertigung eines sog. Dichtegradienten) und einen nachfolgenden Swim up ist es möglich, die qualitativ besten Spermien mit der höchsten Beweglichkeit zu selektieren und von möglichen Verunreinigungen zu trennen. Diese werden anschliessend zum Zeitpunkt des Eisprungs oder wenige Stunden davor mittels eines speziellen Katheters in den Uterus (Gebärmutter) gespritzt (siehe Abbildung).

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