Allgemeines

Trotz aller technischen Möglichkeiten können Chromosomenstörungen des Kindes nicht mit Ultraschall alleine sicher ausgeschlossen werden.

Daher besteht gerade für Fälle mit einem erhöhten Risiko solcher Störungen (z. B. nach auffälliger Ersttrimesteruntersuchung, nach einer Schwangerschaft mit Chromosomenstörung oder bei festgestellten Fehlbildungen) die Möglichkeit der Untersuchung fetaler oder plazentarer Zellen. Je nach Schwangerschaftsalter und Fragestellung wird dann eine der folgenden Untersuchungen durchgeführt: die Chorionzottenbiopsie, die Amniozentese (Fruchtwasserentnahme) oder die Cordozentese (Nabelschnurpunktion).

Allen Untersuchungen gemeinsam ist die Tatsache, dass sie mit einem Eingriffsrisiko verbunden sind. Diese Risiken sind zwar besonders bei entsprechender Erfahrung des Durchführenden sehr gering, müssen aber mit dem Wunsch nach invasiver Diagnostik in einem vernünftigen Verhältnis stehen.

Mögliche Komplikationen sind ein vorzeitiger Blasensprung, eine Entzündung der Fruchthöhle durch eingebrachte Keime oder Blutungen. Solche Komplikationen sind zwar selten, enden jedoch, wenn sie eintreten, häufig mit einer Fehlgeburt. Zur Risikominderung empfehlen wir Ihnen, sich an den zwei Tagen nach der Punktion körperlich zu schonen (kein Sport, kein schweres Arbeiten oder Heben, kein Geschlechtsverkehr). Sie erhalten eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für diesen Zeitraum.

In sehr seltenen Einzelfällen kann es auch dazu kommen, dass die notwendige Anzüchtung der gewonnenen Zellen im Labor nicht gelingt und keine auswertbaren Ergebnisse erlangt werden. In solchen Situationen muss dann eine Wiederholung des Eingriffs stattfinden.