Symptome

Wenn die Schwangerschaft ausbleibt

Wenn sich ein Paar sehnlichst ein Kind wünscht, sich dieser Wunsch aber nicht erfüllt, kann das eine sehr belastende Situation sein. Tatsache ist aber: Schwanger zu werden ist gar nicht so selbstverständlich! Jede Frau hat pro Monat nur wenige Tage, an denen eine Befruchtung der Eizelle überhaupt stattfinden kann. Schon von Natur aus ist also das Ausbleiben der Schwangerschaft eher die Regel, eine erfolgreiche Zeugung die Ausnahme.

Von Infertilität oder Verdacht auf Sterilität spricht man daher erst, wenn trotz regelmäßigem Geschlechtsverkehr innerhalb eines Jahres keine Schwangerschaft eintritt. Dies kann unterschiedlichste Gründe haben: ungenügende Samenqualität ist genauso denkbar wie eine krankhafte Veränderung der Eileiter. Einen Überblick über die häufigsten Ursachen geben wir Ihnen auf den folgenden Seiten.

Polyzystisches Ovarsyndrom

Das polycystische Ovarsyndrom ist eine häufige Störung bei Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch. Die Diagnose wird gestellt bei verlängerten Zyklen bis zum Ausbleiben der Periode und bei Androgenisierungserscheinungen wie z. B. Akne, vermehrtes Haarwachstum oder erhöhte männliche Hormone im Blut. Das Ultraschallbild zeigt zahlreiche kleine Follikel an den Eierstöcken. Einige Frauen haben zusätzlich eine Stoffwechselstörung mit Insulinresistenz,  die durch einen Zucker-Belastungstest erkannt wird. Da spontane Eisprünge selten sind, kann das PCO eine Ursache für unerfüllten Kinderwunsch sein. Es gibt gute therapeutische Möglichkeiten wie die Förderung der Eizellreifung und das Auslösen des Eisprungs mit Medikamenten.

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Eileitererkrankungen

Die Eileiter können entweder durch Infektionen (am häufigsten ausgelöst durch Chlamydien), durch Verwachsungen nach Voroperationen oder durch Endometriose in ihrer Funktion beeinträchtigt oder sogar verschlossen sein.
Wir sind in unserer Einrichtung darauf spezialisiert – falls erforderlich – die Durchgängigkeit mittels Kontrastmitteldarstellung per Ultraschall oder Bauchspiegelung zu überprüfen und gegebenenfalls (z. B. bei Endometriose) operativ zu behandeln.

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Endometriose

Endometrium nennt man die Schleimhaut der Gebärmutter. Partikel dieser Schleimhaut können in die Bauchhöhle gelangen (warum, ist noch nicht geklärt) und die Eileiter in ihrer Funktion beeinträchtigen.
Starke Periodenschmerzen können ein Hinweis auf Endometriose sein – aber auch ohne Schmerzen kann eine Endometriose vorliegen.

Diagnose und Therapie erfolgen über eine Bauchspiegelung.

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Psychische Ursachen

Die häufige Annahme, der immense seelische Druck bei Kinderlosigkeit sei die Ursache des unerfüllten Wunsches, bestätigt sich in Studien nicht. Umgekehrt führt die ausgeprägte seelische Belastung bei andauernder Kinderlosigkeit nicht selten zu psychischem Stress, der sich in depressiven Gefühlen, Versagensängsten oder vermindertem Selbstwertgefühl zeigt.
Auch Störungen in der Partnerschaft wie Schuldzuweisungen oder sexuelle Probleme können auftreten. Das Ansprechen bestehender seelischer Belastungen ist ein wichtiger Part in der Kinderwunschtherapie.

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Andrologische Ursachen

Zur Abklärung des unerfüllten Kinderwunsches ist auf männlicher Seite die Erstellung eines Spermiogramms wichtig. Hierbei wird der Samen auf Menge (mindestens 15 Mio./ml), Beweglichkeit (mind. 32 %) und normale Formen (mind. 4 %) untersucht.
Eine Einschränkung kann z. B. durch einen Hodenhochstand als Kind, Infektionen oder auch genetische Ursachen bedingt sein. Bei Auffälligkeiten wird je nach Ausprägung des Befundes über eine Insemination oder künstliche Befruchtung beraten.

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